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Die Pfarrkirche St. Stephan in Melchingen In den Jahren 1767-1769 unter der Bauleitung des Haigerlochers Christian Großbayer erbaut, stellt die Pfarrkirche St. Stephan ein wertvolles Kunstdenkmal in Melchingen dar. Diese barocke Kleinod von heute hatte zwei Vorgängerkirchen. Die erste ist erwähnt in der Chronik Bertholds von Zwiefalten im Jahre 1100. Aus dieser mittelalterlichen Kirche stammt mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Glocke mit der Jahreszahl 1273, die bis heute im Melchinger Kirchturm ihren Dienst tut. Sie ist die älteste mit Jahreszahl versehene Glocke Hohenzollerns und eine der frühest datierten von Deutschland. Man muss damit rechnen, dass die Kirche zerstört wurde, als der Ritter Hans von Rechberg 1464 auf einem Raubzug gegen den Grafen Eberthard von Werdenberg, zu dessen Herrschaft Melchingen damals gehörte, das ganze Dorf in Schutt und Asche legte. Der Wiederaufbau dürfte gegen Ende des 15. Jahrhunderts erfolgt sein. Eine Skizze dieses spätgotischen Baus ist im Fürstenbergischen Archiv in Donaueschingen erhalten. Von 1744 an wurde in mehreren Eingaben und Bittschriften an die Hofkammer des Patronatsherrn, des Fürsten von Fürstenberg in Donaueschingen, auf die Notwendigkeit eines Kirchenbaus hingewiesen und diese damit begründet, dass die bestehende Kirche für die 700 Seelen zählende Gemeinde zu klein und überdies baufällig sei. Über zwei Jahrzehnte dauerte es, bis die neue Kirche gebaut werden konnte. Ihren beachtenswerten barocken Schmuck erhielt sie durch die Gemälde des in Hohenzollern vielfach tätigen Malers Franz Ferdinand Dent. Das Bildprogramm, das der Ansammlung der Kirche zu Grunde liegt, vereint in sich wichtige Stationen aus dem Leben Jesu und Maria. Es ist ein Zyklus, welcher der Reihe nach vom Chor ausgehend und nach hinten zur Empore fortschreitend zu lesen ist: Von der „Geburt Christi“(Weihnachten) über „das Abendmal“(Gründonnerstag) und „die Auferstehung“(Ostern) bis zur „Ausgießung des heiligen Geistes“ (Pfingsten). „Die Melchinger Deckenfresken bilden einen Höhepunkt im Werke des Meisters“ hat ein sachverständiger Kunstkenner darüber geurteilt. Seit der umfangreichen Innenrenovierung im Jahre 1995 erstrahlt das Gotteshaus wieder in seiner ursprünglichen barocken Schönheit. Mit der festlichen Altarweihe durch den Freiburger Weihbischof, Prof. Dr. Paul Wehrle, am 4.November 2001 fand auch die Neugestaltung des Chorraums ihren krönenden Abschluss.
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